Vor rund einem Jahr hatte ich begonnen, auf der Westseite des Paddocks eine kleine Totholzhecke anzulegen. Die Idee war, dass die Pferde eine weitere windgeschützte Stelle im Offenstall finden sollten. Ausreichend Material dafür sollte der Baumschnitt aus dem Winter bringen. Soweit der Plan …
Doch man unterschätzt, was in eine etwa 80 cm breite Einfassung alles hineinpasst. Und man überschätzt die eigene Geduld: Wann würden die Pferde realisieren, was ich hier für sie konstruierte?
Immerhin hatte die Hecke zügig Ausmaße erreicht, die Amseln anlockten ihr Nest darin zu errichten. Es müssen unerfahrene Eltern gewesen sein, denn im Handumdrehen war es geplündert. Erst später im Jahr war die Hecke dann recht hübsch von Brennnesseln eingewachsen und hoffentlich dann für Vögel sicherer. Nach weiteren Nistplätzen zu suchen, verbot ich mir aber dennoch.
Immer wieder landeten dann ein paar dünnere Zweige, die mich anderswo störten, auf der Hecke. Und ich verfolgte mit Argusaugen, ob die Pferde den Schutz überhaupt als solchen annahmen. Hinweise gab es darauf zuerst keine. An ein paar heißen Junitagen kam dann endlich die Erlösung: Ich beobachtete Nickerchen im weitestgehend insektenfreien Schatten zwischen Holunder und Hecke, und in einer Regenpause Ende Juli sonnten und trockneten sich die Pferde im Windschatten.
Halleluja! Mein Fazit: Verbesserungen für die Pferde benötigen nicht viel Aufwand, auch wenn es eine Weile dauern kann, bis sich alles fügt. Und viel schwieriger, als Totholzhecken zu bauen, ist es für mich offensichtlich, Geduld zu bewahren.
Im nächsten Artikel liest du mehr darüber, wie ich die Hecke angelegt habe …

