Gestromt, zum Dritten

Durchgängige Hütesicherheit ist ein Thema, das bei der Nutzung von Stromzäunen an erster Stelle steht. Und diese hängt, wie schon im letzten Beitrag erwähnt, auch von der Einstellung des jeweiligen Pferdes dem Strom gegenüber ab. Die grundsätzliche Hütesicherheit eines Stromzaunes beruht auf weit mehr Faktoren …

Die Spannung (Volt) ist entscheidender als die Stromstärke, die gering und ungefährlich ist, weil der Strom nur kurze Impulse abgibt. Die benötigte Spannung für Pferde liegt bei 4.000–6.000 Volt. Damit alles funktioniert ist die Erdung (tief genug und ausreichend Erdungsstäbe) entscheidend. Das verwendete Gerät muss zur Länge des Zauns passen.

Wichtig ist auch die Qualität des Leitermaterials sowie der Aufbau des Zauns. Ersteres muss gut sichtbar sein, in gutem Zustand (Materialbeschaffenheit und altersgemäße Verwitterung). Beim Aufbau des Zaunes spielt neben der Höhe und der Anzahl der Litzen und der Festigkeit der verwendeten Pfosten auch deren Abstand eine Rolle, um das Leitermaterial möglichst gespannt zu halten.

Ein Messgerät ist hilfreich, um jederzeit die Spannung überprüfen zu können und kostet nur wenige Euro. (© C. Götz)

Nicht zuletzt verliert auch ein gut gebauter und gespannter Zaun mit ausreichend Litzen massiv an Hütesicherheit, wenn er im Laufe des Sommers zuwächst. Durch Bewuchs wird Strom in den Boden abgeleitet, der dann an den Litzen fehlt. Die auf den Geräten angegebenen Zaunlängen gelten nur für optimale Bedingungen in Sachen Bewuchs und Erdung.

Wer Ausbrecherkönige in der Herde hat, die unterste Litze wegen kleiner Ponys niedrig anbringen muss und/oder auf großen Weiden den Bewuchs nicht ständig eindämmen kann und/oder in trockenen Regionen mit Sandböden lebt, der braucht mehr „Wumms“.

Immer aber gilt: Es ist das Zusammenspiel all dieser Faktoren, das die tatsächliche Hütesicherheit bestimmt. Selbst ein starkes Gerät bringt wenig, wenn die Erdung schlecht, der Zaun zugewachsen oder eines der Pferde ein bekannter Pfostenausheber ist oder eines gelernt hat, wie es dank einer Winter- oder Ekzemerdecke den Schlag umgehen kann. Und nur wenn man die Fehlerquelle kennt, kann man entsprechend reagieren.