Große Dinge werfen ja bekanntlich immer Schatten voraus. Dieses Mal ein großes Feuerwehrfest im Ort: Party mit DJ am Abend, Festumzug direkt am Haus vorbei mit Blasmusik. Ich konnte es ehrlicherweise nicht einschätzen, ob die Damen auch Partylaune haben würden ob des Events und habe sicherheitshalber trainiert.
Mit Radiomusik für die überlagernde Beschallung in der Partynacht, mit dem Handy und Blaskapellenvideo in der Hosentasche, wann immer ich am Stall war. Radio kennen sie von Silvester, daran musste ich sie nur erinnern, Blasmusik aus dem Menschen hat sie null interessiert. So weit, so gut.
Spoiler: Das haben sie insgesamt an den beiden Festtagen sehr gut gemacht! Natürlich waren sie ab und an ein bisschen aufgeregt, aber es war und gab kein Problem.

Schon die Vorbereitungen am vom Paddock gut einsehbaren Parkplatz wurden von den Stuten interessiert verfolgt. (© C. Götz)
Was ich nicht bedacht hatte, was ich ehrlicherweise auch nicht bedenken konnte, schlicht weil mir die Abläufe nicht ganz klar waren, war der Moment am frühen Morgen, als sich die Vereine auf dem Parkplatz sammelten und mit viel Humpta-Humpta-Begleitung auf uns zu marschierten – bei freiem Blick für die Ponys.
Bereits die in der Morgensonne glitzernden Fahrzeuge hatten das leicht besorgte Interesse der Damen geweckt. Den Parkplatz kannten sie zwar bereits vom Partyabend, da hatte der aber – auch dank untergehender Sonne – keinerlei Effekt. Jetzt sammelten sich, Standarte um Standarte, hintereinander die Menschen, die im Gegenlicht wie eine riesige Raupe aussahen.
Als die Musik einsetzte, war es mit der Contenance vorbei – bei mir und bei den vierbeinigen Ladys. Ich nenne dieses Gefühl immer „den inneren Aufruf, in die Schlacht zu ziehen“: das Herzklopfen und die Aufregung, in die diese Mischung aus Aufstellung, Trommeln und Bläsern viele Menschen versetzen – wie ich aus etlichen Gesprächen weiß.
Als die Stuten deshalb direkt zum One-Apple-per-Step-Contest antraten, wusste ich: Ich muss jetzt erst mein eigenes Nervensystem regulieren, damit auch sie zur Ruhe kommen können. Ich war wirklich ein bisschen stolz auf uns drei, wie gut das funktioniert hat.
