Die heißen Sommer haben die Pferdehalter auf dem Schirm, wenn es um die Beschaffenheit der Weide geht, die trockenen Frühjahre ebenfalls. Doch was ist mit den Wintern? Welchen Effekt haben klimatische Veränderungen in dieser Jahreszeit für die Koppeln und Weiden. Und was kann man daraus für Schlüsse ziehen?
Vorweg: Man kann Aussagen für Böden und wie sie auf bestimmte klimatische Verhältnisse reagieren immer nur sehr regional treffen. Doch einige Parameter sind wissenschaftlich sehr gut untersucht und lohnen einer Betrachtung für die eigenen Ställe*.
In vielen Regionen Deutschlands frieren die Böden deutlich seltener, weniger tief und für kürzere Zeiträume durch als noch vor wenigen Jahrzehnten. Dies hat mehrere Effekte:
Die so genannte Frostgare – eine natürliche Lockerung der Böden durch das Gefrieren und anschließende Auftauen – bleibt aus oder fällt sehr viel geringer aus. In der Folge verdichten die Böden. Dies schränkt einerseits die Fähigkeit ein, Wasser zu speichern und andererseits schädigt das Bodenleben.

Nur auf ausreichend gefrorene Koppeln kann man Pferde im Winter lassen, ohne dass sie Schaden anrichten. (© C. Götz)
Die Effekte der Frostgare sind zwar bei Wiesenböden die durch ihr permanentes Wurzelnetzwerk stabilisiert werden geringer als in Ackerböden, hier stehen eher biogeochemische und biologische Prozesse im Mittelpunkt: Ein tiefes Durchfrieren überlebt ein Teil der Bodenmikroben nicht. Dies führt im Frühjahr zu einem Wachstumsschub für die Wiese. Tiefer Frost dezimiert die im Boden überwinternden Larven von Schädlingen sowie Pflanzen- und Wurzelwirte. Fehlt der Frost fehlen auch diese positiven Effekte.
Fazit: Fehlt die Frostgare oder ist sie stark vermindert, dann verdichtet das Pferdeweiden noch schneller als die Pferde das an sich schaffen. Maßnahmen zielen also idealerweise in Richtung der Bodenverbesserung. Mehr dazu im nächsten Beitrag …
* Das gilt meiner Ansicht nach auch, wenn man „nur“ Einsteller ist. Denn Wissen schützt vor unsinnigen Forderungen, die letztlich die Pferde ausbaden müssen.
