Bodenverbesserung ist der wichtigste Faktor, um Entwicklungen wie bei der im vorigen Beitrag beschriebenen fehlenden Frostgare aufzufangen. Welche Maßnahmen man darunter versteht – vor allem in Hinblick auf Pferdeweiden – liest du in diesem Beitrag …
Bodenverbesserungen bei Weideland sollten helfen, die Qualität des Bodens auf unterschiedlichen Ebenen zu optimieren. Das Ziel ist eine stabile Krümelstruktur, die Wasser speichert, Verdichtungen aufbricht, Nährstoffe pflanzenverfügbar macht und so das Wachstum der Gräser optimiert.
Wenn der Boden verdichtet, geraten die Pflanzen unter Stress und das Zusammenspiel aus Photosynthese und Wachstum gerät aus dem Gleichgewicht: Verdichtete Böden hemmen das Wurzelwachstum, schränken die Wasseraufnahme ein und blockieren die Nährstoffversorgung. Trotz des Wachstumsstopps produziert die Pflanze bei Sonnenschein über ihre Blätter weiterhin Energie in Form von Einfachzuckern. Und wenn der Zucker nicht für das Wachstum verbraucht werden kann, wandelt die Pflanze ihn in Fruktan um.
Gräser auf verdichteten Flächen weisen selbst bei diesbezüglich vermeintlich unproblematischem Wetter höhere Zuckerwerte auf als gesunde Gräser auf lockeren Böden.
Als ökologisch sinnvolle Maßnahme auf Weideflächen gilt deshalb in erster Linie der Humusaufbau (über regelmäßige organische Düngung), der den Boden mit organischer Substanz anreichert, was die Wasserhaltefähigkeit und den Nährstoffkreislauf erhält oder verbessert. Eine gute biologische Aktivität (Regenwürmer, Mikroorganismen) ist der beste natürliche Helfer gegen Verdichtung.
Mechanisch werden inzwischen häufiger Geräte mit rotierenden Klingen oder Zinken eingesetzt, um durch Aufbrechen oder Anschlitzen verdichtete Bodenschichten zu belüften. Dies kann bei gleichzeitiger Aussaat von Grassamen eine möglichst flächendeckende ganzjährige Grasnarbe unterstützen.

Kombigeräte planieren Maulwurfshaufen, entfernen Moos, belüften den Boden und säen Grassamen. (© Kadereit, Wikipedia)
Auf verdichteten Böden entstehen nämlich schneller lückenhafte oder kahle Stellen. Auch hier ist die Fruktankonzentration am höchsten. Zudem sind sie Eintrittspforte für Giftpflanzen wie den Lichtkeimer Jakobskreuzkraut.
