Zwei deutsche Tierärztinnen befassten sich mit Sand im Pferdedarm, und stellten eine Übersicht zum aktuellen Wissensstand dieser Magen-Darm-Erkrankung sowie zu deren diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zusammen. Ihre Motivation: „Da die Haltungsformen zunehmend extensiver werden, scheinen Pferde mehr Zugang zu Sand zu haben.“
Medizinisch heißt der Sand der sich übrigens hauptsächlich im Dickdarm ansammelt Sandenteropathie. Er wird entweder freiwillig über Geophagie – also das bewusste Fressen von Erde – oder unfreiwillig mit dem Futter (vor allem Gras und Heu) aufgenommen. Das Problem tritt unabhängig von Rasse oder Geschlecht auf. Allerdings sind laut der Analyse bestimmte Haltungsformen, vor allem in trockenen Regionen, häufiger vertreten – und damit auch mehr robuste Pferdetypen, die häufiger so gehalten werden.
Die Symptome reichen von Koliken, Fieber und Appetitlosigkeit bis hin zu Leistungsmangel. Eine Diagnose allein auf der Grundlage dieser Symptome ist aber nahezu unmöglich. Röntgen ist zum Absichern einer Sandenteropathie der zuverlässigste Weg. So lassen sich Ansammlungen finden, die bei der rektalen Untersuchung nicht erreichbar sind und bei anderen diagnostischen Verfahren nicht festgestellt werden können.

Diese Röntgenaufnahme des Abdomens aus der Studie zeigt unterschiedliche Sandansammlungen (weißer Pfeil).
Denn auf Röntgenaufnahmen zeigen sich Sandablagerungen im Darm wunderbar. Das ermöglicht eine genaue Beurteilung der Lage, Größe und Anzahl der Ansammlungen.
Bevor es im nächsten Beitrag um den standardisierten Sedimentationstest geht, der in den untersuchten Arbeiten ebenfalls verwendet wird, hier schon mal den wichtigsten Punkt für uns als Pferdebesitzer: Ein Pferd das kolikt sollte auf Sand im Darm untersucht werden, und zwar besonders dann, wenn Verstopfung und/oder Blähungen vorliegen.
