Rezension: Sally Swifts Klassiker, Band 1

Wenn ich mit einem Satz sagen müsste, was ich an Sally Swift am meisten schätze, wäre es: Sie hat mich auf die Idee gebracht, Ideen zu haben. Durch ihre Tipps für ausbalanciertes Reiten aus der Körpermitte, wie man sie im neu aufgelegten gleichnamigen Buch* zuhauf findet, …

… habe ich selbst Mitreitenden, Reitschülern oder Sitzschulungsteilnehmerinnen vieles in individuellen, neuen Bildern weitergeben können, was sie aus ihrer Lebenswelt, ihrem sonstigen Sport oder ihrer aktuellen emotionalen Haltung auf dem Pferd sofort umsetzen konnten. Und auch mir selber konnte ich auf diese Art den ein oder anderen gedanklichen Anker setzen, um mein Reiten zu verbessern.

Wie der Untertitel Pferd und Reiter im Gleichgewicht sagt, sind die Bilder und Erklärungen aus ihrem Klassiker, Band 1, fantastische Hilfsmittel. Ich kenne wenige Reiterinnen, die damit gar nichts anfangen können. Der Verlag schreibt: „Mit dem Pferd wie verwachsen sein, seine Bewegungen spüren und fließend mitvollziehen: So macht Reiten Spaß. Zu diesem Ziel führt Sally Swift auf lockere, körperbewusste Weise. Denn wer sich gut fühlt, sitzt auch gut im Sattel.“

Dem ist eigentlich nichts hinzufügen, außer Sally Swift selber noch zu Wort kommen zu lassen: „Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, Sie seien ein Pferd und müssten einen Reiter auf dem Rücken tragen? Das kann so angenehm sein wie ein gut gepackter und ausbalancierter Rucksack, aber auch so unbequem wie einer, der nachlässig gepackt und schlecht angeschnallt ist.“ 2006 verstarb sie im Alter von 95 Jahren in Vermont, USA, nachdem sie nicht nur in ihren Büchern, sondern auch durch Unterricht vielen zu mehr Gefühl und besserer Einwirkung im Sattel verholfen hat.

* Sally Swift, Reiten aus der Körpermitte, Pferd und Reiter im Gleichgewicht, Müller Rüschlikon 2025, 184 Seiten, 34,90 Euro