Vergangenes Wochenende war ich mit meinem sehr verkehrserfahrenen Stütchen ausreiten. Auf der Straße zum Feldweg holten wir einen Minibagger ein. Da das in einer schlecht einsehbaren Kurve passierte, schlichen wir eine Weile hinter dem Raupenfahrzeug her. Gefühlt hätte das Stütchen das Teil am liebsten …
… angeschoben. Da es noch ein Stück bis zur Abzweigung war und die Straße nach der Kurve gut einsehbar frei, entschloss ich mich zum Überholmanöver und war gespannt. Das Gerät zu verfolgen (und damit das Prinzip Folge der Furcht umzusetzen) ist schließlich etwas anderes, als so eine laute Maschine an der Seite zu haben.

Die Höchstgeschwindigkeit der Minibagger kann bis zu 5 km/h betragen. Unser überholtes Gerät war langsamer. (© Mailtosap, Wikipedia)
Ich war ergebnisoffen und hätte mich, wären Probleme aufgetaucht, einfach wieder hinter dem Bagger einsortiert. Dass ich es gewohnt bin, einen Überholvorgang notfalls abzubrechen wissen alle, die meine Pkw-Historie kennen.
Das Stütchen scherte willig aus, erst auf Höhe der Fahrerkabine wurde sie zur Banane. Klar, denn das linke Auge ist laut verhaltenskunde- und hirnbiologischer Studien beim Pferd primär für die Wahrnehmung und Verarbeitung von emotionalen Reizen, neuen oder unbekannten Objekten sowie potenziellen Gefahren und Bedrohungen zuständig. Und neu war der Bagger ja jetzt – er hatte seine Form – im Gegensatz zum Hinterherreiten – komplett geändert.
Wären wir jetzt in Großbritannien, Australien oder Südafrika, hätten wir diese Banane, bei der sie sich – wohlgemerkt am langen Zügel – im Körper rechts hohl machte, um den Kopf für freie Sicht fürs linke Auge „unauffällig“ nach rechts zu drehen, nicht gebraucht. Ansonsten war ich mit der Situation sehr zufrieden …
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