Fress-Studie

Manche Sätze liest man und möchte sich vor den Kopf hauen, weil Kopfschütteln nicht reicht. Einen solchen Satz habe ich kürzlich in einer Studie zur Heufütterung gelesen. Er lautete: „Überraschenderweise deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass PO für die Pferde frustrierender sein könnte als TD“. Ich erkläre gleich, was damit gemeint ist …

PO steht in der vergleichenden Untersuchung von verschiedenen Fütterungskonzepten für Heu für „portionierte“ Fütterung und bedeutet: sechs Mahlzeiten mit je etwa einer Stunde Fressdauer über 24 Stunden verteilt. TD bezeichnet die „traditionelle“ Fütterung mit drei Mahlzeiten je zwei Stunden im selben Zeitraum. Was daran „überraschend“ sein, weiß ich nicht.

Ich habe vor über einem Jahrzehnt, als diese Art der Fütterung in Offenställen Einzug hielt, bereits darüber geschrieben, welche negativen Auswirkungen sie hat. Ich kenne keinen Stall, der das länger durchgezogen hat – eben wegen der negativen Folgen. Und auch wenn in der Studie deutlich weniger krass portioniert wurde als in den Ställen aus meinem Artikel schneidet diese Art der Fütterung für mich wenig überraschend am schlechtesten ab.

„In unserer Studie führte die Aufteilung in kleinere, häufigere Mahlzeiten nicht zu einer Verringerung des Stresses bei den Pferden. Dies unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung zu Portionsstrategien, um ein optimales Fütterungsmanagement zu finden“, heißt es.

So sahen die Versuchsbedingungen in der Fütterungsmanagementstudie aus, die an 18 Stuten durchgeführt wurde, die in vier Gruppen unterteilt waren. Im Hintergrund rechts die verwendeten Heuraufen mit insgesamt 16 Futterplätzen und einer Rolltür auf jeder Seite. (© Marianne Cockburn)

Als dritte Variante wurde in der Studie deshalb noch Heu ad libitum aus Slowfeedern (Raufe mit Netz) gefüttert. Leider mit folgendem Ergebnis: „Zusammenfassend zeigt unsere Studie, dass langsames Füttern (ad libitum Heu, das mit einem Netz abgedeckt ist) dem natürlichen Fressverhalten sehr nahe kommt, (…) was darauf hindeutet, dass sie in unserem Versuchskontext eine vorzuziehende Strategie gegenüber der Fütterung in mehreren Portionen sein könnte.“ Ja, kann man machen, wenn man akzeptiert, dass man die überwiegende Zahl der Pferde damit mästet und viele davon in eine für die Gesundheit und den Bewegungsapparat schädliche Verfettung treibt.

Mehr dazu habe ich in diesem Artikel bereits geschrieben. In diesem Beitrag liest du wie das Fütterungskonzept für ein krankhaft übergewichtiges Pferd konzipiert war.