Gestromt, zum Ersten

Kürzlich hatte ich eine (höchst unnötige) Erfahrung in Sachen Elektrozaun, die ich niemandem empfehlen kann. Es heißt ja immer, Pferde spüren den Strom stärker als wir. Ich kann jetzt sagen: Ja, stimmt, konnte ich spüren! Zudem kann ich jetzt erklären, warum das so ist. Und ich weiß, dass ich das nicht nochmal brauche. Aber der Reihe nach …

Wer nicht hören will, muss fühlen, sagt man. In dem Fall muss ich das Sprichwort, das man meiner Generation in der Kindheit servierte, wenn wir Anweisungen missachtet und uns weh getan hatten, etwas abwandeln: Wer nicht mitdenkt, muss fühlen. In meinem Fall einen durchs Pferd in mich geleiteten Stromschlag, als ich vergessen hatte, den Strom auszuschalten.

Ich machte gerade die hinteren Hufe sauber, als die Stute an die Litze kam, die den Putzplatz in dieser Jahreszeit vom Paddocktrail trennt. Gott sei Dank ist dieses Pferd so brav und hat wirklich nur vor Schreck das Bein weggezogen und sonst nichts gemacht. Es ist also uns beiden nichts passiert. (Okay, einen kleinen blauen Fleck hatte ich.)

Ein Paddock mit Stromzaun und Metalltor (© C. Götz)

Fakt war: Der Stromschlag war so dermaßen heftig, wie ich es noch nie erlebt hatte. Und ich habe durchaus Erfahrung im Stromschläge einsammeln, weil ich ja ständig irgendwo durchsteige, statt die Tore zu nehmen. Das Ganze war aber der Auslöser, der Geschichte nachzugehen, warum Pferde den Strom als heftiger abbekommen – wie sicher nicht nur ich schon oft gehört habe.

Gelernt habe ich im Laufe meiner Ausbildung: Das ist so, weil Pferde mehr Wasser im Körper haben als wir – im Ganzen und im Verhältnis. Aber stimmt das denn so? Mehr dazu im nächsten Beitrag …