„Never sell your saddle – or your dreams“ lautet der Titel des Buches* der Influencerin und Fotografin Manuela Handke. Der Untertitel beschreibt mit den Worten „Vom Fallen, Aufstehen und Ankommen – meine Geschichte“ bereits den Kern. Auf knapp 170 Seiten kann man miterleben, wie sich der Lebenstraum der Autorin erfüllt, um sich dann kurz darauf …
… zu zerschlagen. „Ein Buch zum Träumen, Entspannen und Genießen“, schreibt der Verlag. Ich so: Ein Buch zum Mitfiebern, Mitleiden, Mitfreuen, sowie für ein paar Tränchen und ein breites Lächeln, wenn dann doch alles in die Spur kommt.“
Wer Lebensgeschichten mag und Pferde liebt, der wird diese Autobiographie sicher spannend finden. Denn Manuela Handke erzählt nicht nur, wie sie vom Ponymädchen zur Pferdefrau wurde, sondern auch, warum das, was auf Social Media nach purem Glück, ganz viel Hofidylle und Freiheit aussieht, im echten Leben auch ein sehr steiniger und schmerzhafter Weg war.
Man kann viel Positives mitnehmen beim Lesen, finde ich: Wie man Krisen bewältigt, was man beim Pferdekauf nicht machen sollte (Scherz!), und was anderen – und damit vielleicht einem selbst – dabei hilft, Lebensziele nicht aus den Augen zu verlieren.
Ich bin ja erklärter Fan von Anekdoten. Wer wie ich darauf abfährt, der findet in diesem Buch reichlich – vor allem aus der Pferdebubble.
Was ich dem Buch gewünscht hätte, wäre mehr Zeit fürs Lektorieren. Damit meine ich jetzt nicht die Insta-Sprache (die im Gegensatz zum Duden keinen Bindestrich mehr zwischen den beiden Wörtern kennt), sondern Fehler in Sachen Grammatik und Syntax, die leider den Lesefluss stören.
Und weil man sich seinen Ponyhof fürs Leben zwar besorgen kann, selbiges aber trotzdem keiner ist, hat die Autorin mit einer kleinen Passage aus ihrem Vorwort das Schlusswort dieser Buchbesprechung: „Ich glaube, mit dem Leben ist es wie mit dem Reitsport. Man landet ab und an einfach im Sand.“
* Manuela Handke, Never sell your saddle – or your dreams, Kosmos Verlag 2026, 176 Seiten, 22,– Euro

