Im letzten Beitrag ging es um eine Übersichtsarbeit zu Studien über Sandenteropathie, wie das Problem von Sand im Pferdedarm medizinisch heißt. In diesem Artikel zeige ich euch noch den standardisierten Test, den ihr leicht selber machen könnt, und den ich in meiner Serie über die Aussagekraft von Pferdemist schon erwähnt hatte.
Der Sedimentationstest besteht darin, Pferdeäpfel in Wasser aufzulösen, damit sich Sandpartikel absetzen können. Dieser Test wurde folgendermaßen standardisiert, um für Tierärzte vergleichbar zu sein: Dabei werden 200 Gramm Kot und ein Liter Wasser verwendet. Die Mischung wird vor der Auswertung 20 Minuten lang in einem Rektaluntersuchungshandschuh ruhen gelassen.
Dann wird die Sandmenge in fünf Grade eingeordnet: 0 = kein Sand, 1 = 0,5–5 mm Sand, 2 = 5–10 mm Sand, 3 = 10–20 mm Sand und 4 = über 20 mm Sand in mindestens einem Finger.

Dieses Bild aus der Studie zeigt den Sedimentationstest mit dem Fäkalhandschuh. In der Spitze jedes Fingers von Bild a ist deutlich Sand zu erkennen (siehe Pfeil), im Mittelfinger befinden ich gut zwei Zentimeter hoch grauer Sand, klar abgegrenzt von den olivgrünen Pflanzenfasern darüber. In Bild b findet sich kein Sand (= Grad 0).
Therapeutische Ansätze zielen auf die Entfernung des Sandes aus dem Bauchraum ab. Dies kann durch die Verabreichung von Flohsamen in Verbindung mit einem Abführmittel über eine nasogastrale Sonde erreicht werden. Die Übersicht über insgesamt 39 Veröffentlichungen zu verschiedenen Abführmitteln wie Mineralöl oder Natrium-/Magnesiumsulfat machten die beiden Tierärztinnen unter dem Aspekt „das Bewusstsein bei praktizierenden Tierärzten zu schärfen und neue Forschungsziele aufzuzeigen, um das Wissen über Magen-Darm-Erkrankungen im Zusammenhang mit Sandansammlungen sowie deren Behandlung zu verbessern“.
Aber es ist auch wichtig, das uns Pferdebesitzer für die Gefahr zu sensibilisieren, denn bislang gibt es keine Erklärungen dafür, warum bestimmte Pferde anfällig für die Ansammlung von Sand sind, während andere ihn offenbar vollständig ausscheiden können.
Die analysierenden Tierärztinnen vermuten abschließend, dass Pferde mit Sandenteropathie in der Praxis zu selten diagnostiziert werden. Denn Goldstandard der Diagnostik ist das Röntgen und der Therapieerfolg lässt sich nur durch eine Röntgenuntersuchung des Bauchraums vollständig nachweisen.
