Vieldiskutiertes Thema unter Reiterinnen – ob im echten oder virtuellen Leben – ist der Verkauf von Pferden. Ich finde es immer spannend, wenn Menschen gesagt wird, sie dürften dieses Pferd nicht verkaufen, müssten es unbedingt behalten und sollten sich schämen, täten sie es dennoch. Mich interessieren die Beweggründe derjenigen, …
… die andere unbedingt dazu bringen* wollen, an etwas festzuhalten.
Kurz vorweg: Wenn niemand Pferde verkaufen darf, dann hätte keiner von uns eins. Denkt man dies zu Ende, wären sie vielleicht schon ausgestorben.
In der Regel verkauft man ein Pferd – Züchter und Händler ausgenommen –, wenn man keine Freude daran hat, oder gesundheitliche oder finanzielle Probleme einen dazu zwingen. Während die letzteren beiden Faktoren noch eher akzeptiert werden, gilt das für die Freude keineswegs.
Es wird Sturm gelaufen gegen einen Verkauf, wenn man …
… mit dem Pferd überfordert ist.
… mit dem Pferd unterfordert ist.
… zu dem Pferd keinen Draht findet.

Der Zuidlaardermarkt 1948, ein Pferdemarkt im Norden der Niederlande (© Open-Beelden-Projekt, Wikipedia)
Das „Ja-nicht-verkaufen!“ hört sicher fast jeder, der laut darüber nachdenkt. Und das ist auch gut so, denn manchmal ist so ein Pferd auch dazu da, einen weiterzubringen oder einem zu helfen, über seinen eigenen Schatten zu springen oder sich in eine andere Richtung zu entwickeln.
Mein Fazit lautet also: Erforscht eure Beweggründe, erkennt eure Stärken und Schwächen und lasst euch gut beraten, wenn ihr bei einem von beiden nicht weiterkommt. Gebt ein Pferd weiter, wenn ihr überzeugt seid, dass es für dieses Pferd das Beste ist und behaltet es, wenn ihr überzeugt seid, dass ihr euer Bestes für dieses Pferd geben wollt und könnt. Mehr zu diesem Thema liest du hier.
* Wenn Ratschläge ungefragt gegeben werden, nennt man das übrigens Ridersplaining. Die in diesem Artikel erwähnte Umfrage hatte zum Ergebnis, dass fast alle Pferdemenschen (91 Prozent) schon Ridersplaining aufgedrückt bekamen.
