Im Moment ist es gerade ein Trend, dass Heu bezüglich seiner Inhaltsstoffe – vor allem Protein, Zucker – im Labor untersuchen zu lassen. Auch die Belastung mit schädlichen Mikroorganismen wie Schimmel oder Bakterien wird dabei meist geprüft. Doch in der Regel beprobt man erst, wenn es Probleme gibt, oder man welche vermutet. Eine Studie der Vetsuisse in Bern hat deshalb …
… untersucht, ob und wie gut Menschen die Qualität des Heus mit Hilfe ihrer eigenen Sinne beurteilen können. Spoiler: Das geht prima …*
Für die Studie sammelten Forscher 50 Heuproben von verschiedenen Ställen und prüften sie sowohl mit sensorischen Untersuchungen als auch mit spezifischen Methoden zur Messung des Staubgehalts sowie auf potenziell schädliche Mikroorganismen.

Mit Augen und Nase geprüft wurden Geruch, Farbe und mögliche Verunreinigungen (a), letztere sowie die Beschaffenheit wurde durch den Tastsinn (haptisch) untersucht (b). ©
Die Ergebnisse: Ein ungewöhnlicher Geruch – abnormal muffig – war dabei der beste Hinweis für erhöhte Staubkonzentrationen, einschließlich der lungengängigen Fraktion. Heu mit sichtbaren Verunreinigungen oder Rückständen enthielt eher potenziell schädliche Bakterien oder Pilze.
Dies unterstreicht laut den Forscherinnen „den Wert grundlegender sensorischer Bewertungen als schnelles und kostengünstiges Mittel zur Überwachung der Heuhygiene und zum Schutz der Gesundheit der Atemwege von Pferden“. Die eigenen Augen, Hände und natürlich unsere Nase sind damit wirksame Instrumente zur ersten Überprüfung der Heuqualität. Die Forscherinnen empfehlen strukturierte Protokolle für diese sensorische Untersuchung im Rahmen des routinemäßigen Stallmanagements.
Die Ergebnisse im Detail sind ebenso spannend: Bei der sensorischen Untersuchung wurden nur 28 Prozent der Proben als ausreichend bewertet, 52 Prozent wiesen geringfügige und 20 Prozent erhebliche Mängel auf. Die mikrobiologische Analyse ergab, dass 46 Prozent der Proben akzeptable Standards erfüllten. Ein Rätsel bleibt, ob es jetzt daran liegt, dass das Heu oft nicht ganz so schlecht ist, wie man meint, oder die Forscherinnen besonders heikel waren.
* … man muss es aber auch machen und dann die Konsequenzen ziehen.
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