EA-Diagnostik

Was tun, wenn das Pferd hustet? Was ist sinnvoll, wenn man eine Atemwegsbelastung nur vermutet, das Pferd aber noch keine Hustensymptomatik zeigt? Es gibt vieles, was man untersuchen lassen kann und einiges, was – in dem speziellen Fall – wenig Sinn macht.

Wenn ein Pferd hustet wird eine Tierärztin zuerst Temperatur messen, die Atemfrequenz zählen und den Puls messen (PAT-Werte). Er wird die Schleimhäute kontrollieren, gegebenenfalls den Nasenausfluss beurteilen und die Lunge abhören (evtl. auch nach Belastung).

Beim Abhören (Auskultation), unterstützt durch Abklopfen (Perkussion) achtet sie vor allem auf Atemgeräusche und wo sie sie hört, ob die Atemgeräusche beidseits gleich und überall zu hören sind, die Atmung angestrengt wirkt und ob Ein- und Ausatmen Auffälligkeiten zeigen. Gegebenenfalls hält sie dem Pferd kurz die Nüstern zu (oder spritzt ein Medikament, das Atemnot simuliert). Ziel ist, dass die Pferde tiefer atmen.

Abhören ist eine der ersten Maßnahmen bei hustenden Pferden. (© C. Götz)

Auch besteht die Möglichkeit, an Luftröhre oder Kehlkopf eine Hustenreaktion zu provozieren. Dabei erhält man Informationen darüber, ob überhaupt Husten auslösbar ist, wie leicht sich der Husten provozieren lässt, wie er klingt (trocken, feucht, rasselnd) und ob Schleim mit abgehustet wird. Man erfährt dabei auch, ob das Pferd danach mehrfach hustet und dabei oder danach Schmerzen oder Atemprobleme zeigt. Ein gesundes Pferd hustet bei dieser Untersuchung oft gar nicht oder nur einmal kurz. Wenn bereits leichter Druck heftigen oder wiederholten Husten auslöst, spricht das eher für gereizte oder entzündete (obere) Atemwege.

Bei der weiterführenden Diagnostik ist als erstes die Bronchoskopie zu nennen, eine endoskopische Untersuchung der oberen Atemwege, Luftröhre und Bronchien per Kamera. Schleimansammlungen, Entzündungen, Blutungen, Fremdkörper oder strukturelle Veränderungen von Rachen, Kehlkopf, Luftsäcken, Luftröhre sowie teilweise den größeren Bronchien lassen sich hierbei auffinden. Dinge, die man mit Abhören nicht oder nicht mit Sicherheit auffinden kann. Bei der Bronchospkopie lassen sich zudem Schleimproben zur Analyse entnehmen.

Bei der Bronchoalveolären Lavage (BAL) wird bei der Bronchoskopie sterile Flüssigkeit in tiefere Atemwege gespült und wieder abgesaugt, um Zellen und Erreger zu untersuchen und so den spezifischen Entzündungsmechanismus und damit die Medikamentengabe besser eingrenzen zu können.

Eine Weile waren Blutgasanalysen sehr angesagt, mit denen vor allem die Sauerstoffsättigung des Blutes bestimmt wird, um die Funktionstüchtigkeit der Lunge ermitteln. Der Test ist aufwändig in Sachen Geräte und meist nicht wahnsinnig aufschlussreich in Sachen Therapie, sodass er meiner Beobachtung nach inzwischen seltener gemacht wird.

Beim Pferd werden Allergietest zumeist auf der Basis von Blutproben durchgeführt, um spezifische Allergene zu identifizieren und so herauszufinden, ob das Pferd überempfindlich auf bestimmte Umweltallergene (Schimmelpilze, Pollen, Milben) reagiert. Zusätzlich kann ein Intradermaltest (Hauttest) genutzt werden, um Allergene direkt an der Haut zu testen. Es kann sinnvoll sein, die Allergene zu kennen, um die besten Haltungsveränderungen einzuleiten, oder wenn das Pferd pollenbedingtes EA hat, um die Weidezeit anzupassen.

In manchen Fällen kann auch digitales Röntgen helfen, chronische irreversible Schäden von umkehrbaren Krankheitsprozessen abzugrenzen. Dies betrifft vor allem die Prognose bei älteren Pferden oder bei Pferden mit mehreren Erkrankungen (z. B. Arthrose und EA).

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