Erst wollte ich das Buch unbedingt lesen – natürlich wegen des Covers – dann wollte ich das Buch nicht mehr lesen, da aus dem Klappentext hervorging, dass es nicht um ein Pferd geht. Dann habe ich das Buch doch gelesen, da unsere Büchereileitung eine Empfehlung ausgesprochen hat (Danke, Karin!). Wer jetzt wissen möchte, ob mir das Buch gefallen hat, …
… auf den wartet zuerst eine Geschichte zum Cover:

Ein Blick auf die Webseite von Jaime Corum (©)
Ich schaue bei sehr vielen Büchern direkt, wer das Cover gemacht hat, und auch, welche Bilder verwendet wurden, wenn es sich um eine Komposition oder Collage handelt. Bei diesem Buch natürlich umso mehr.
Blöd nur, dass der Credit für diese Umschlaggestaltung nur auf dem Umschlag ist, wie es immer häufiger gemacht wird. Das habe ich erst nach meiner Internetrecherche gesehen. Allerdings habe ich dabei herausgefunden, dass ich mit meiner Neugierde zum Umschlag dieses Buchs nicht alleine bin.
Genauso schnell fand ich die Künstlerin Jaime Corum, die das Motiv erschaffen hat. Wow, ich bin nicht der totale Fan dieser Art zu malen, aber ihre Bilder finde ich unglaublich schön. Hier erzählt sie über ihre Passion. Auch das hat mich sehr berührt.
Zurück zum Buch von Nelio Biedermann*: Ich habe es gern gelesen. Wirklich großartig finde ich die Erzählweise. Der Autor springt von einem wichtigen Moment im Leben seiner Protagonisten zum nächsten durch die Zeit, wie ein galoppierendes Pferd, das mit weiten Sprüngen über die Wiese jagt.

„Wenn man das Buch liest, dann stößt man auch auf dieses Pferd“, sagt der Autor in diesem Interview.
Kommt das Pferd vom Cover im Buch vor, wie er im Interview sagte? Ja und nein … nein, da es natürlich nicht um dieses Pferd geht. Ja und ja und ja, da erstens immer wieder Pferde im Text auftauchen und sie zweitens wichtige Rollen spielen, denn sie stehen für verschiedene Themen oder Dinge – der Lieblingsrappe, den der Vater verleiht, zeigt unter anderem die Liebe zu seinen Kindern, die sonst nicht sichtbar ist. Und drittens symbolisiert das weiße Pferd nach Freud die positiven Kräfte des Unbewussten. Wäre das Buch ein Film hätte die Psychologie eine Art Hauptrolle – meine Interpretation.
Als Leserin mag ich es, Autoren, die sich Fragen stellen, in ihren Texten zu begleiten. Für mich hat sich Nelio Biedermann durch alle Seiten hindurch vor allem gefragt, was unt|adeliges Verhalten ist. Und die Antworten finde ich spannend.
* Nelio Biedermann, Lázár, Rowohlt Verlag 2025, 24,– Euro
