… das Pferd lenkt. Auf dieses leicht abgewandelte Sprichwort* kamen meine Reitbeteiligung und ich bei einem gemeinsamen Ausritt. Und weil der Spruch so gut zu dem Thema passt das mich in den letzten Wochen immer mal wieder begleitet hat, hier gleich noch ein paar Geschichten dazu …
Wir kamen darauf, weil ich meine Reitbeteiligung vorangehen ließ und ihr von hinten den Weg wies. Dabei machte ich sie rechtzeitig darauf aufmerksam, wenn ich ahnte, dass die Stute eventuell lieber eine andere Abzweigung nehmen wollen würde. Das gelang uns allen sehr gut. Denn Vorbereitung ist letztlich beim Reiten alles. (Hier liest du, welche unterschiedlichen Arten der Vorbereitung es gibt und in diesem Artikel geht es um vorausschauendes Reiten.)
Die Wochen zuvor hatte ich meinen Pferden mal wieder viel Freiheiten bei der Wegauswahl gelassen. Das mache ich gerne, wenn die Böden und die Witterung es möglich machen, einfach weil es Spaß macht – mir und den Pferden. Und ich kann es machen, weil ich weiß, dass völlig entspannt auf mich gehört wird, wenn ich auf den Weg aussuche.
Den Pferden ab an dieses Mitspracherecht zu gewähren führt meiner Erfahrung nach dazu, dass sie mit noch mehr Freude bei der Sache sind. Und mich freut es auch, wenn ich zum Beispiel vom Pferd auf unserer Hausrunde das Angebot bekomme, noch eine Extra-Schleife zu drehen. Oft weiß man auch, worum es dem Pferd bei einer Entscheidung für einen bestimmten Weg geht, etwa weil diese eine Abzweigung zu einer besonders schönen Galloppstrecke führt.
Rein technisch mache ich persönlich es so, dem Pferd entweder einige Pferdelängen vor einer Abzweigung den Gedanken zu schicken „such du aus, wo wir gehen“ oder es ausspreche. Es kommt selten vor, dass dieses Angebot abgelehnt wird …
* Das Sprichwort „Der Mensch denkt, Gott lenkt“ stammt aus der Bibel, genauer gesagt aus dem Alten Testament und findet sich in der Lutherbibel im Buch der Sprüche (16, 9). Dort lautet es in seiner Ausgangsversion so: „Des Menschen Herz plant seinen Weg, doch der Herr lenkt seinen Schritt.“

