Bei korrekter Anbringung stören sie das Pferd nicht – heißt es. Es geht um die Toupets und Extensions in den Schweifen von Pferden, über die ich im vorherigen Artikel berichtet habe. In diesem Beitrag möchte ich erklären, welche Schwierigkeiten sie – vor allem aus osteopathischer Sicht – verursachen können.
Alle mit langen Haaren wissen, wie unangenehm es wird, wenn in einem Zopf eine Strähne ziept. Pferde sind da grundsätzlich etwas unempfindlicher: Sie treten sich beim Aufstehen aufs Schweifhaar, sie bleiben in Büschen hängen und reißen es sich aus und sie schleppen im Schweif kleinere und größere Zweige oder Dornen mit, ohne dass man sie in die Klinik bringen muss.
Wer aber weiß, dass die gute Wirkung der Schweiftraktion das Nachgeben als entscheidenden Faktor beinhaltet, der kann sich vorstellen, dass dauerhafter Zug an der Schweifrübe weniger angenehm ist. Nicht umsonst sind zusätzliche Gewichte an den Verlängerungen verboten.
Nun muss man wissen, dass die Extensions zwischen 200 und 500 Gramm schwer sind und oft mehrere davon angebracht werden – dauerhaft. Und hier können Probleme entstehen: lokale Hautreizungen über den Zug an den Haarfolikeln, Verspannungen, osteopathische Blockierungen. Es kann sein, dass eine möglicherweise erwünschte Wirkung der Toupets von weniger Schweifschlagen sich sonst ins Gegenteil verkehrt.
Wer meint, die Teile unbedingt benutzen zu müssen, sollte sein Pferd gut kennen und damit Probleme schnell erkennen. Er sollte sich die Anbringung zeigen lassen und das Toupet nur so lange wie unbedingt nötig am Pferd belassen. Denn zu langes Tragen fördert zu den oben beschriebenen Problemen auch Haarbruch und schädigt damit den natürlichen Schweif immer mehr.
Einige nutzen bei Pferden mit sehr kurzem Schweif dauerhafte Extensions zur Fliegenabwehr. Aber es kann sein, dass eine Fliegendecke bessere Dienste leistet oder andere Weidezeiten.
Man erkennt Schweiftoupets übrigens oft an unnatürlichen Stufen im Schweif. Die Teile sind teuer und viele wollen und können den Schweif dann nicht gerade abschneiden. Auch ein Schweif der erst im unteren Drittel richtig dick wird ist oft ein Hinweis auf Extensions.
Mit welchen Pflegemaßnahmen du den natürlichen Schweif am besten schonst liest du hier.

